In der Zauberwelt der kanadischen Rocky Mountains

In der Zauberwelt der kanadischen Rocky Mountains

Wenn es wieder einmal gerechtfertigt ist, zu schwärmen, dann auf einem rund 300 km langen Straßenabschnitt, der von Jasper quer durch Kanadas schönste Nationalparks bis Banff führt. Warum? Die Antwort ist einfach: Weil sich auf diesem „Traum-Trail“ eine derartige Fülle an Sehenswertem und Einzigartigem bietet, dass jede geplante Zeit zu kurz scheint. Auszug gefällig? Icefield Parkway, Athabasca Falls, Columbia Glacier, Lake Louise, Bow River … zudem zählt die Route zur legendären „Panamericana“, der Kontinentalverbindung von Alaska nach Feuerland. Alles klar?!?

Vom Gold Rush Trail in die Rockies

Wir kommen in einem weiten Bogen von Süden und zuerst geht es ständig parallel zum Hauptkamm nordwärts entlang des Thompson, dann queren wir eine Hochebene, aus der der Columbia River (wir kennen ihn von Portland!) seine Quellen schöpft, um schließlich einen „alten Bekannten“ wieder zu treffen: den Fraser River … nach einem gewaltigen „Umweg“ hat er einen „Haken“ nach südöstlicher Richtung geschlagen und bildet hier das Haupttal zur Scheitelstrecke und zu den Nationalparks.

 

Eine Bärenfamilie zum Auftakt

Schon der erste Anblick am „Wegesrand“ hat es in sich, denn plötzlich richtet sich der imposante Mt. Robson vor uns auf … mit fast 4.000 m der höchste Gipfel Kanadas. Dass sich in Sichtweite eine Bärenfamilie herumtreibt, ist das „Tüpfelchen auf dem I“. Und dann geht es über den „Yellowhead Highway“ bzw. Lake und Pass nach Alberta – mitten ins Herz der kanadischen Rocky Mountains. Zielpunkt: Jasper.

 

Start in Jasper mit Nacht im Riesencamp

Man ist in diesen Dimensionen vorerst einmal hin- und hergerissen … zwischen Traum und Gigantismus, zwischen Wahn und Realität. Es beginnt bereits in Jasper, dem Touristenzentrum, nördlichen Eingang zu den Parks und nördlichstem Punkt unserer Reise, mit Einfahrt in den „Whistlers Campground“ – ein Camp, das wir in dieser Dimension noch nie gesehen hatten: 781 Stellplätze aller Qualitätskategorien verstreut in einem Wäldchen von 3 mal 3 km, was beinahe der Fläche des Ossiachersees entspricht.

Da alle „serviced sites“ ausgebucht sind, bekommen wir einen Stellplatz auf „Ebene 18“, dafür werden wir gebeten, die jungen „Elk-Babies“ nicht zu füttern, die im Park unterwegs sind. Wohlgemerkt … „Elk“ heißt hier Wapiti oder Rehe!

Am Abend unternehmen wir einen ausgedehnten Spaziergang im Camp, genießen die unglaubliche Gebirgswelt und lernen die Verhaltensmuster gegen Bären kennen – hier heißt es alles Essenswerte in bereitstehende Metallcontainer zu sperren, da Bären sogar Autos und Zelte knacken …

Entlang des Athabasca River

Nach einem herrlichen Frühstück im Freien – trotz der Meereshöhe – geht es los am „Icefield Parkway“ entlang des Athabasca River mit unzähligen „Views“ auf einen Fluss, der jedes Paddler- und Fischerherz höherschlagen lässt. Bald sind die ersten „Falls“ erreicht und man genießt einen tiefen Einblick in die mittels Wasserkraft geschaffene Schluchtenlandschaft.

 

Ausblick auf rund 10 Gletscher

Es geht nun stetig bergan und bereits am Nationalparkeingang werden wir darauf hingewiesen, dass im Park Verzögerungen wegen einer Laufveranstaltung zu erwarten seien … unglaublich, was sich letztlich laufend und schnaufend durch diese Zauberkulisse bewegt!

Ab den „Sunwatha Falls“ nehmen Anstieg und Aussicht zu, um am Icefield Center zu explodieren: Ausblick auf rund 10 Gletscher, die sich in einem gigantischen Becken sammeln. Hier hat natürlich der Tourismus das Sagen, denn neben einem riesigen Visitor Center bietet man auch Fahrten per Bus zu einem „Glacier-Skywalk“ und per 4-W-Spezialbus über die Gletscherzunge an.

 

Beeindruckender Saskatchewan River

Für uns geht’s nach genossenem Ausblick weiter südwärts über den Sunwatha Pass in 2033 m in den Banff Nationalpark, der uns mit einem Monsterausblick auf das Tal des Saskatchewan River empfängt … einfach unglaublich. Der Saskatchewan ist sowieso eines der beeindruckenden Flusssysteme Kanadas, denn er durchquert den Norden, um nach rund 3000 km in die Hudson Bay zu münden. Wir dürfen ihn einige Kilometer begleiten, ehe er Richtung Nordosten „abbiegt“ und wir weiter nach Süden über den Bow Summit mit 2088 m nach Lake Louise fahren.

 

Besuch beim Skiweltcup

Lake Louise … richtig, das bedeutet Skiweltcup in Kanada. Die Skipisten sind zu dieser Zeit nur mehr Randerscheinung, vielmehr dreht sich hier alles um den „Lake“, seiner einzigartigen Lage und dem voluminösen Luxus-Hotel. Jetzt ist der See zwar groß teils noch mit Eis bedeckt, aber man spürt ob seiner Farbintensität die Faszination der unglaublichen Lage am Fuße einer gigantischen Gletscherzunge.

Nach einer Nacht im leider schmucklosen Camp am Bow River folgen wir dem Tipp unseres Reisebuches und wählen die Route über den „Bow Valley Parkway“ … Gottseidank, denn über den „TCH“, der hier wieder verläuft, ist man zwar schneller, doch es entgehen einem tolle Ein- und Ausblicke auf die auslaufenden Rocky Mountains und eine wirklich herrliche Flusslandschaft.

Relax und Action in Banff

So kommen wir nach Banff und entschließen uns, nach den vergangenen eindrucksvollen Tagen wieder mal etwas Pause zu machen. Der Grund dafür ist u.a. auch der wirklich toll gelegene Campground am „Tunnel Mountain“ mit Ausblick auf eine Bergkette, die wir immer noch „Berg ohne Namen“ nennen … im Gegensatz zum darunter gelegenen „Bow Valley“, das bekannt wurde als Drehort für den Film „Fluss ohne Wiederkehr“ mit Marilyn Monroe. Die durfte damals im noblen „Springs Hotel“ logieren, musste aber auch mit einem Holzfloss die üppigen Bow Falls überwinden … ebenso wie TV-Hund Lassie.

Der Campground von Banff sprengt abermals alles bisher Erlebte: in 3 Abschnitten unterschiedlicher Ausstattung findet man 1130 Stellplätze, alleine der RV-Park besitzt 321 Plätze modernster Ausstattung … „Full Hooked up“ mit Anschlüssen für Strom, Wasser und Abfluss („Dump“).

 

Downtown

Das Nationalparkzentrum Banff wird oft auch als „Garmisch“ der Rockies bezeichnet und … das stimmt auch so. Man fühlt sich wie in einem der mondänen Skiorte der Alpen, halt nur gigantischer, quadratischer … amerikanisch halt. Das Angebot ist auf die Touristen, die schon jetzt zu Scharen strömen, zugeschnitten – viel Ramsch, viel Souvenirs, wenig Sinnvolles. Wir genießen trotzdem einen Tag in „Downtown“, wo wir per Bus sehr einfach hingelangen.

 

Hoodoos, Falls & Hot Springs

Auch nutzen wir die ausgezeichnete Lage des Camps an der Bergkante mit einem Marsch zu den „Hoodoos“, einer Felsformation, die das mächtige Bow Valley überragt. Ein weiterer Tag vergeht mit Wanderung auf den Aussichtsberg mit anschließendem Bad in den „Upper Hot Springs“ mit 40°C sowie einem Spaziergang an den Bow Falls … Marilyn und Lassie, eh schon wissen.

Der Sonnenuntergang am letzten Abend lässt die Bergriesen vor unserem Camp noch einmal in voller Pracht leuchten und macht uns die Weiterreise nicht gerade einfach … oder sollte das der Hinweis sein, so schnell wie möglich wiederzukommen? Wer weiß …

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